GMA/SOTA

Sonntagshorn-Aktivierung und ein Meilenstein

Vom Sonntagshorn hörte ich zum ersten Mal am 29.07.2018, als ich auf 2m eine Verbindung mit Jana DG5WU/p machte. Aus Neugier habe ich sofort auf der Karte nachgesehen, wo sich das Sonntagshorn befindet.
Es war nicht schwer zu finden, denn das Sonntagshorn ist mit fast 2000m der höchste Gipfel der Chiemgauer Alpen.

Sieben Jahre später stehe nun auch ich endlich auf 1961m Höhe und rufe CQ SOTA de DJ2MX/p on DL/CG-072.

Wie hat alles begonnen? Andy DL2DVE und ich hatten geplant, das Sonntagshorn bereits im Juli zu aktivieren, aber wegen schlechten Wetters und anderer Verpflichtungen mussten wir den Termin dreimal verschieben.
Zwischenzeitlich war ich mit meiner XYL im Kurzurlaub in Bad Füssing und habe dort drei SOTA-Gipfel aktiviert: OE/OO-097, DM/BM-290 und DM/BM-286, sodass mein Complete-Zähler bei 199 stehen blieb. Eine schöne Gelegenheit, mit der Aktivierung des Sonntagshorns die Marke von 200 Completes zu erreichen.

Welcher Zufall: Complete Nr. 100 war ebenfalls eine gemeinsame Aktivierung mit Andy DL2DVE auf der Hochsalwand DL/MF-072 am 09.07.2022.

Am Sonntag, den 17.08.2025, bestätigt uns Hermann DL3NE, dass auch er mitkommt.
Am Montag früh morgens hole ich Andy in Haar ab und wir fahren auf der A8 bis Weyarn, wo uns Hermann treffen sollte. Auf dem Parkplatz unterhalb der A8 schauen wir nach Hermann, aber er ist noch nicht da. In einem kurzen Telefonat bestätigt er uns, dass er sich verspätet und erst in 20 Minuten am Parkplatz sein wird. Andy gefällt das überhaupt nicht, da durch diese Verzögerung sein Plan, neben dem Sonntagshorn auch noch den benachbarten Gipfel Vorderlahnerkopf DL/CG-108 zu aktivieren, gefährdet ist.

Hermann entschuldigt sich bei seiner Ankunft für die Verspätung und bietet uns an, mit seinem Elektroauto (Tesla) weiterzufahren. Natürlich nehmen wir das Angebot sofort an – auch aus Neugier, denn weder Andy noch ich sind bisher mit einem Tesla gefahren.

Um 9 Uhr erreichen wir den Wanderparkplatz. Das Wetter ist ideal, teilweise bewölkt und nicht zu heiß. Der erste Teil des Weges ist asphaltiert, doch bald geht es auf einen Wanderpfad über. Nach 1 h 15 min erreichen wir die Almhütten, wo sich auch die Hochalm auf etwa 1400m Höhe befindet. Wir gehen an einer kleinen schönen Kapelle vorbei und kommen an eine Weggabelung, an der der eigentliche Aufstieg zum Gipfel beginnt. Auf etwa 1600m gibt es eine weitere Abzweigung: links zum Sonntagshorn, rechts zum Peitingköpfl (1720m), der kein SOTA-Gipfel ist. Von dort an beginnt der schwerste Teil des Aufstiegs, der glücklicherweise in Serpentinen bis ganz oben führt. Gegen 12 Uhr stehen wir endlich auf dem Gipfel. Berg heil, wir haben es geschafft!

Andy und Hermann entscheiden sich für eine sehr kurze Aktivierung und den Weiterweg zum Vorderlahnerkopf DL/CG-108 (1909m). Ich bleibe die ganze Zeit am Sonntagshorn und halte über UKW auf 2m Kontakt mit ihnen.

Das Sonntagshorn liegt auf der Grenze zwischen Tirol (OE) und Bayern (DL). Direkt am Gipfelkreuz auf der deutschen Seite ist es sehr schwer, genug Platz für eine Drahtantenne wie meine EFHW zu finden. Irgendwie gelingt es mir doch, die Antenne auf der DL-Seite etwas abseits des Kreuzes aufzubauen, wo nicht viele Wanderer unterwegs sind.

Ich beginne auf 20 m CW und schaue immer wieder auf 15m, in der Hoffnung auf ein kurzes Öffnen Richtung USA. Auf 40m wie gewohnt hervorragende Bedingungen, auf 30m nicht ganz so gut. Um 12:52z der zweite Versuch auf 15m – und nach ein paar Anrufen meldet sich KF9D Roger aus IL. Danach folgen ND0C (MN), WF4I (NC) und EC8ADS. Interessant: Das QSO mit ND0C war ein QRP2QRP-Kontakt mit 5 W Sendeleistung auf beiden Seiten.

Um 14:38z meldet sich Hermann auf 2 m FM vom DL/CG-108 und kurz darauf auch Andy. Ich schaue in Richtung Vorderlahnerkopf und kann die beiden sogar mit bloßem Auge sehen, einer unterhalb, der andere oberhalb des Kreuzes.

Inzwischen hat sich das Wetter gebessert, die Wolken sind verschwunden und die Sonne senkt sich langsam zum Horizont. Auf dem Gipfel bin ich nun ganz allein. Zeit für QRT und den Abstieg. Um 18 Uhr verlasse ich den Gipfel auf demselben Weg. Nach 1 h 10 min erreiche ich die Kapelle und die Hütten. Auf 2m FM rufe ich Hermann und frage, wo sie sind. Er antwortet, dass sie noch 20 Minuten brauchen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als zu warten.

Vor einer kleinen Hütte sehe ich einen Mann auf der Terrasse sitzen und Pfeife rauchen. Ich gehe zu ihm und frage, ob die Hochalm noch geöffnet ist. Er antwortet, dass die Hochalm montags und dienstags geschlossen ist. „Na toll“, denke ich, „wo soll ich jetzt 20 Minuten auf Hermann und Andy warten?“ Während ich so nachdenke, ruft mich der Mann von der Terrasse zu sich, damit ich bei ihm sitzen und auf meine Freunde warten kann. Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Im Gespräch stellt sich heraus, dass auch er heute auf dem Sonntagshorn war und uns dort oben bereits gesehen hat. Ich erkläre ihm, womit wir uns beschäftigen und warum wir hier sind. Zwischendurch fragt er mich, ob ich durstig sei, und bringt mir eine Apfelschorle. Erstklassige Gastfreundschaft – vielen Dank, Klaus!

Kurz darauf kommen Hermann und Andy, wir verabschieden uns von Klaus und gehen weiter Richtung Parkplatz. Im Dunkeln, mit Stirnlampe, erreichen wir schließlich um 21:30 den Parkplatz. In Weyarn steigen Andy und ich in mein Auto um und fahren nach Markt Schwaben, während Hermann mit seinem Wagen nach Bad Tölz fährt. In Markt Schwaben verabschiede ich mich von Andy und fahre weiter nach München, wo ich um 00:30 Uhr ankomme. Um 01:00 Uhr liege ich endlich im Bett.


Nachtrag:
Am Dienstag um 9 Uhr habe ich einen Termin für Lymphdrainage und Krankengymnastik. Irgendwie habe ich es geschafft, aus dem Bett zu kommen und mit dem Fahrrad in die Physiopraxis zu fahren. Bei meiner Ankunft fragte mich die Physiotherapeutin, was ich gemacht habe, da ich völlig fertig aussehe. Darauf antwortete ich: Ich sehe nicht fertig aus, ich bin wirklich fertig.
Den Rest des Tages habe ich verschlafen und erst am nächsten Tag bin ich wieder ins normale Leben zurückgekehrt.

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“Cincar” (First activation SOTA E7/HA-003)

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“Labinstica” (SOTA 9A/DH-072)

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“Farrenpoint” (SOTA DL/MF-114)

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“Ochsenkopf” (SOTA DM/BM-160)

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“Falkenstein” (SOTA DL/AL-167) & “Eisenberg” (SOTA DL/AL-171)

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“Aggenstein” (SOTA OE/TI-468) & “Breitenberg” (SOTA DL/AL-158)

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“Hochplatte” (SOTA DL/CG-024)

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“Kranzhorn” (SOTA DL/CG-041)

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“Wildbarren” (SOTA DL/MF-100)

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